Bei Frauen ist der Hausarzt oder der Gynäkologe der erste Ansprechpartner, doch sollte bei Erkrankungen, wie eine Harnwegsinfektion oder Blut im Urin, unbedingt ein Urologe aufgesucht werden.

Die Tatsache, dass hauptsächlich Frauen betroffen sind, hat anatomische Gründe: Die Harnröhre hat bei Frauen eine Länge von vier Zentimetern. Bakterien können so leichter in die Blase gelangen als bei Männern. Ihre Harnröhre ist fünfmal länger. Auch hormonelle Veränderungen in der Pubertät, Schwangerschaft oder in den Wechseljahren können das Risiko für Entzündungen erhöhen.

Erste Symptome sind Unterleibschmerzen und der Drang, häufig zur Toilette zu müssen. Einige Frauen haben zusätzliche Fieber oder Blut im Urin. In diesem Fall sollte unbedingt ein Urologe aufgesucht werden.

Funktionsstörungen im Blasen- Beckenbodenbereich sind weit verbreitet und werden häufig durch Schwangerschaft oder vorangegangene gynäkologische Operationen ausgelöst. Sie reichen von Blasenentleerungsstörungen über ungewollte Urinverlust bis hin zu Schmerzen in Becken- und Rückenbereich.

Zu den häufigsten Auslösern einer Belastungs- und Dranginkontinenz sowie einer Prolapserkrankung bei Frauen zählen degenerative Veränderungen, Entzündungen, Geburtsschädigungen, Übergewicht sowie eine zunehmende Lebenserwartung.

Eine urologische Vorsorgeuntersuchung bei Frauen umfasst die Krebsvorsorge und eine Steinkontrolle. Das Blasenkarzinom ist eine häufige Krebserkrankung bei Frauen, deshalb sollte Blut im Urin stets abgeklärt werden.